Und nun schied er. Tief erbanget
Denkt die Jungfrau seiner Worte,
Bis Biondetta sie ermahnte
Mit der Saiten goldnem Tone.
Ihren Korb nimmt Rosablanke;
Wie von lieber Hand gezogen
Steigt sie zu Biondettas Kammer
Und spricht schüchtern: "Willst du Rosen?
Rosen, rot wie deine Wangen,
Kerzen, rein und schlank gezogen,
Wie dein klarer Leib gestaltet?"
Sprichts und zieht das Tuch vom Korbe.
Kann die Antwort nicht erwarten,
Setzt sich nieder an den Boden,
Fleht: "O schlage an die Harfe,
Singe, singe rein und golden!"
Und Biondetta spricht: "O klare
Jungfrau, schöne Harfe Gottes,
Woll an meinem Herzen schlagen
Von den Armen lieb umschlossen!"
Und es sinket Rosablanke
Ihr ans Herz, und heilig lodert
Über sie die Gottesflamme,
Daß die Seelen dicht verschmolzen.
Daß von ihren süßen Wangen,
Von den rot und weißen Rosen,
Von dem Klang verborgner Harfen
Heilge Tränenquellen flossen.
"Hörst du, hörst du, wie vom Klange
Mir des Herzen Saiten pochen,
Wie von göttlichem Gesange
Sich ein Netz um uns gezogen?
O, wer bist du? meine Arme
Haben einen Schatz gehoben;
O, wer sind wir, die sich fanden?
Sprich, wo wir uns einst verloren?"
Also ward in süßen Fragen
Ihrer Arme Bund erschlossen,
Der mit heimlichen Gewalten
Ihrer Seele Bund geschlossen.