"Da ich früh heut am Altare
Einen Rosenkranz geflochten,
Fühlte ich in dem Gesange,
Liebe, mich an dich verloren.
Durch die Rosen meines Kranzes
Und durch meines Blutes Rosen,
Die in Lieb und Andacht wachsen,
Flocht ich deine Töne golden!" —
"Da ich dich gesehn beim Mahle
Mit dem Knaben, Lamm und Vogel,
Fühlte ich ein tief Erbarmen,
Daß ich hier so einsam wohne.
Wie ein Himmelsglanz die Kammer
Heilgen Möchen in Visionen
Füllet, also füllte strahlend
Mich Verlangen, Lieb und Hoffen!"
Um sich blicket Rosablanke,
Sieht das Stübchen wohl geordnet,
Spiegelblank sind Stuhl und Tafel,
Schrank und Wand von edlem Holze.
Reicher Stoff in reichen Falten
Schwebet um der Fenster Bogen,
Und ein Bilderteppich spannet
Augerquickend sich am Boden.
Und wo es erwünscht, da ragen
An den Wänden, halb erhoben,
Kunstgebildete Gestalten:
Mensch und Vase schön geformet.
Marmor, Glas und Alabaster,
Erze, Silber, Gold und Bronze,
Die Metalle und Kristalle
Sprechen, was der Meister wollte.
"Reich ist, Jungfrau, wohl dein Vater,
Der dir all dies Gut erworben?
Solchen Reichtum zu betrachten,
Ist mir füher nie geworden." —
"Nur der Welt gehört dies alles,"
Spricht Biondetta, "aber folge
Jetzt mir auch zum eigenen Schatze,
Den ich selber mir erworben.