Rosablanka sitzt in Tränen
An dem Bett des kranken Kosme,
Den ein leiser Schlummer decket,
Nur vom Seufzern unterbrochen. # von?

Und sein müdes Haupt erhebet
Nun der Alte zu der Tochter,
Spricht: "Mein Kind, jetzt mußt du gehen
Zu der Messe in das Kloster!" —

"Vater, lasset hier mich beten
Zum allgegenwärtgen Gotte,
Daß ich eurer Krankheit pflege; # eure?
Fern bin ich um euch in Sorgen!" —

"Armes Kind, ich kann genesen
Nur in einem selgen Tode,
Nur vom Schmerz kann mich erlösen
Blut des eingebornen Sohnes!" —

"Vater, schrecklich ist gewesen
Euer finstrer Arzt Apone,
Und ich muß noch Kräuter lesen,
Die er alle hat verordnet!" —

"Kind, hast alle du gehöret,
Die er zu mir sprach, die Worte?
Sie zerschnitten mir die Seele
Wie viel hundert giftge Dolche!" —

"Das, was ich davon gehöret,
Ich doch nicht verstehen konnte:
`Kosme, was dein Herz verzehret',
Sprach er, `ist die Härte Gottes!

Kräftig hast du einst dem Leben,
Was des Todes ist, geopfert,
Und nun opferst du das Leben,
Das dir übrig bleibt, dem Tode!

Du treibst hier ein töricht Wesen,
Machst zur Närrin deine Tochter,
Und die Löcher deiner Seele
Willst du mit der ihren stopfen!

Höre auf, sie zu bestehlen,
Tritt ihr nicht in ihre Sonne,
Laß sie lesen die Poeten,
Gehe in der Stadt zu wohnen!