Kosme sprach: "Des Arztes Wesen
Ist stets schecklicher geworden:
In der Seele mir zu lesen,
Hat er mir das Herz zerbrochen.
Ach, er kennt mein ganzes Leben,
Und mit jedem harten Worte
Hat er, ihn auf mich zu werfen,
Von mir einen Berg gehoben.
Und so lieg ich ganz zerschmettert,
Als sei ich gesteinigt worden;
Er hat mich mit einer Kette,
Die ich schmiedete, umzogen.
Aus dem Leibe nah dem Herzen
Meine Eingeweide zog er,
Hat, mein Übel draus zu lesen,
Frech sie in die Luft geworfen.
Und ich sah es ohne Schmerzen.
Seit sie wieder eingeschlossen,
Wars, als seien tausend Zentner
In der Seele Haus gezogen.
Boshaft sprach er: `Du genesest,
Wenn auf Erden die drei Rosen
In der Hand der Venus sterben,
Die jetzt stehn im Garten Gottes.
Wenn dein Kind ins Kloster gehet
Und bekränzt mit Liebesrosen
Als Modell dem Maler stehet,
Ist dir, ihr und mir geholfen.' —
Und nun rief ich: `Wehe, wehe!
Wehe über diese Worte!'
Und als ich ihn angesehen,
Ist er deutlich mir geworden.
`Jener Bube bist du, Frecher,
Der die Farben mir im Kloster
Rieb, als ich in Gottes Tempel
Bin ein böser Sünder worden.
In dem Namen Jesus hebe
Dich von mir!' — Da floh Apone.
Ach, er ist es nicht gewesen,
War der Widersacher Gottes!" —