"Vater, nicht so traurig redet!
Ja, es war der Arzt Apone,
Den ich gestern noch gesehen
Zu Bologna bei dem Bronnen.
O, beschwert nicht eure Seele,
Die in Träumen ist verworren;
Wendet ruhig im Gebete
Euch zum allbarmherzgen Gotte!" —
"Gutes Kind, lies mir den Zettel,
Der vom Arzt geschrieben worden,
Daß ich dir die Orte nenne,
Wo die Kräuter sind zu holen.
Denn der Arzt sprach: `In der Nähe,
Ja, in deines Gartens Boden,
Werden diese Kräuter stehen,
Deren Trank ich dir verordne'."
Rosablanka liest den Zettel:
"Aus Sankt Clarens Garten Rosen
Um die Mitternacht zu brechen
Und mit Keuschlamm einzukochen.
Unser Liebfrau Bettstroh nehme,
Mische es mit Venusrosen,
Zu Marienschühlein menge
Teufelsklau und Hahnensporen.
Und Mariensiegel breche
In dem Schein des vollen Mondes,
Mit Marienmantel leg es
In den dir bekannten Bronnen.
Liebfraumilch und Liebfrautränen
Mit unschuldger Kindlein Rosen,
Findelkraut und Venusnelken
Destilliere durch neun Monde.
Alle Stunden einzunehmen
Und so lang zu wiederholen,
Und dem Arzte schnell zu melden,
Wenns nicht helfen will. Apone!"
Als sie dies Rezept gelesen,
Sprach der Kranke: "Meine Tochter,
Jetzo eile nach der Messe,
Kehre wieder mit Benone!