Pietro spricht: "O Gottes Engel,
Wie du mild bist in dem Zorne!"
Eine Handvoll Asche nehmend
Beugt er sich dann zu dem Boden.
Und sie unter Tränen mengend
In die taubereiften Locken,
Spricht er, nochmals um sich sehend,
Schmerzdurchdrungen diese Worte:
"O, du liebes, armes Leben!
Bunter Thron des ewgen Todes!
Blutig Schlachtfeld des Verderbens!
O ihr aschevollen Rosen!
Meiner Hütte klare Fenster,
Von Jasmin so still umzogen,
Und du schattig Dach der Reben
Über meiner kleinen Pforte!
Weh, es grinset wie Gespenster
An im glühen Blick der Kohlen,
Und der Rasen, den ich pflegte,
Knirschet unter meinen Sohlen.
O ihr tausend frommen Engel,
In den Lilien, in den Rosen,
Morgens mit dem Gärtner betend,
Sterne, Sonnen, Kelche, Kronen,
Zeihet mich mit dürrem Stengel,
Daß ich alle euch gemordet,
Daß ich, folgend dem Verderber,
Hab gestört den Tempel Gottes!
Fromme Priester fleißger Zellen,
Goldne Bienen, euer Kloster,
Eures Gottesdiensts Kapellen,
Eurer Andacht Stationen,
Alle liegen sie versenget,
Und die Glut des bösen Opfers
Und der Rauch des Feuerfrevels
War für euch des Todes Odem.
Kühler Labung Marmorbecken,
Glatter Rand des treuen Bronnens,
Du bist in dem durstgen Lecken
Dieser wilden Brunst zerborsten.