Stiller Mahner des Gescäftes,
Stundenzeiger, Freund der Sonne,
Du bist, Feuerschatten werfend,
In der bösen Glut zerschmolzen.

Hütte, Garten, Blumen, Reben,
Fromme Bienen, süße Rosen,
O, du unschuldvolles Leben,
Ich hab dich von mir gestoßen!

Einsam nur im Garten stehet
Dort die hohe, weiße Rose;
Paradies mußt untergehen,
Ewig steht der Baum des Todes!"

Und nun mit der Jungfrau gehet
Zu der Stadt der Trauervolle,
Und sie wechseln stille Reden,
Niedersehend an den Boden.

"Wann ist, Pietro, Rosarose,
Deine Schwester, dir gestorben?" —
"Des Theaters Glut entgehend
Fiel sie in den Arm Meliores.

Niedersprang sie von dem Fenster,
Und der Sturz führt sie zum Tode.
Jetzt zu ihrem Leichenfeste
Gehe ich zu Jacopone." —

"So war dies die Glut, die gestern
Ich sah an dem Himmel lodern!
Ach, die herrliche Biondette,
Ward sie heil dem Brand entzogen?" —

"An der Schwester Sterbebette
War sie noch mit Jacopone!" —
"Ist dein Bruder unverletzet,
Der getreue Meliore?" —

"Ich hab ihn nicht mehr gesehen,
Ich hab ihn nicht sehen wollen,
Und ich will ihn nicht mehr sehen,
Er hat mein Geschick verdorben!

Er, der Buhler von Biondetten,
Er hat mir dein Herz entzogen,
Und durch ihn starb Rosarose,
Sank mein Haus und meine Rosen!