Ich bin nicht zur Stadt gewesen;
Als die wilde Glut da tobte,
Saß ich still in meiner Zelle,
In verschmähter Lieb verloren.

Und zu deinem Vater gehend,
Führt Meliore den Apone,
Und der falsche Bruder kehrte
Zu der Stadt von meiner Pforte.

Und der weise Arzt erzählte,
Kräuter in dem Garten holend,
Mir den Tod der Rosarose
Und die Buhlerei Meliores.

Und er warf mir in die Seele
Einen Brand, der ewig lodert,
Der den Garten mir verzehrte,
Der mich selbst noch treibt zum Tode!"

Rosablanka rief nun: "Wehe,
Wehe dir, du Höllenbote!
Apo ist es nicht gewesen,
Wahrhaft sprach der Vater Kosme.

Deinen Schritt zurück noch wende,
Du erweckende Aurore,
Lasse, was der Böse säte,
Nicht erblühn in deiner Sonne!

Schauertrunkne Nacht, o kehre!
Decke, die du tot geboren,
All die Lügen und Gespenster
Unterm Dunkel deines Zornes!"

Also spricht sie. Doch es stehen
Glühnd des Morgens goldne Kronen,
Zeugen ihres Angstgebetes,
Auf Bolognas hohen Domen.

Und da sie beisammen stehen
Bei der Linde, bei dem Bronnen,
Sich schon Tagesstrahlen senken
In den Schein der Mutter Gottes.

"Pietro," spricht sie, "Gottes Segen
Leuchte dir in deinem Zorne!"
Scheidend sah er da die Tränen,
Die ihr aus den Augen quollen.