Alles ist nicht Gold, was gleißet;
Wenn der Herzensrose Gold
Eure Wunde gleich zerreißet,
Seid ihr drum nicht minder hold."

Apo spricht: "Laß deine Streiche!
Sage, wie du sie erhobst,
Welchen Geist der schönen Leiche
Du belebend unterschobst?"

Und der frechste aller Geister
Spricht: "Ein Wort sagt ich ins Ohr;
|Fiat| heißts beim großen Meister,
Pfui heißts in unserm Chor.

Willig hat sie sich bezeiget,
Etwas blöde freilich noch;
Was die Lippe jetzt verschweiget,
Pocht im Herzen laut und hoch.

Brechet erst diese züchtge Schweigen;
Durch des Treurings rotes Gold
Läßt sie sich vielleicht erweichen,
Gibt den Schlüssel, den ihr wollt.

Die Kleinode laß erscheinen,
Gut erworben hier und dort;
Durch Kleinode kommt der Kleinen
Bald das lustge Fleisch zu Wort!"

Einen Schrein voll Edelsteinen
Und von goldnen Ringen voll
Bringt der Meister, daraus einen
Sich die Braut erwählen soll.

Gierig nun den Schatz durchschweifet
Wild ihr Aug, das dunkel rollt,
Heftig zuckt die Hand und greifet
Einen Siegelring von Gold.

Und als wollt sie ihn zerbeißen,
Zuckt sie ihn zum Mund empor,
Apo wollt ihn ihr entreißen,
Doch verschlang sie ihn zuvor.

Und nun spricht sie: "Herr, die Deine
Bin ich nun, wie du gewollt:
Vor dem Volke und alleine
Dien ich dir um dieses Gold.