Dieses Ringlein auf der Reise
König Pharao verlor,
In dem Roten Meer zur Speise
Sichs ein geizger Hecht erkor.

König Pharao, dem Weisen,
Setzt der Koch den Fisch einst vor;
Als er wollt den Hecht verspeisen,
Kam das Ringlein blank hervor.

In dem Bette seiner Weiber
Kam es wieder ihm davon,
Ein ägyptscher Eselstreiber
Trug es dann als süßen Lohn.

Dems der freche Papageie
Der Herodias entzog,
Und mit einem Freudenschreie
Fand sie es in seinem Trog.

Bei der blutgen Weihnachtsfeier,
Bei der Kindlein lustgem Mord,
Daß er tanz nach ihrer Leier,
Schenkt sie es dem Vater dort.

Und das Ringlein war ihm teuer,
Es besiegelte sein Wort;
Doch es lief ein ungetreuer
Diener mit dem Ring ihm fort.

Und der Ring kam immer weiter,
Keinem hat er noch gefrommt,
Außer dir, mein Herr Hochzeiter,
Dessen Braut er wohl bekommt.

Meines Leibes bist du Meister
Bis zum Gürtel und dem Schoß;
Leider zwingen alle Geister
Diese Last mir nimmer los!

Könnt ich dir den Schlüssel reichen,
Wär ich deiner Lust Genoß;
Aber er ist mir nicht eigen,
Mir gehöret nur das Schloß.

Alles geb ich, nur verweigern
Muß ich dir den Schlüssel bloß,
Deine Kunst, kannst du sie steigern,
Ringt vielleicht dem Feind ihn los.