Und mit kindisch süßem Flehen
Drängt die Schar zu ihren Füßen;
Jedes Kindlein will sie sehen
Und die milden Hände küssen.

Ach! sie kennen nicht das Scheiden,
Freuen sich des Rosenkranzes
Und des Rocks von Samt und Seiden
Und des Diamantenglanzes.

Doch Bolognas Heereswagen
Mit gedämpften Hörnerklang,
Ihren Leib zur Gruft zu tragen,
Durch die Kinderschar herdrang.

Und den Sarg hinan zu heben
Zaudern noch die ernsten Ritter,
Sich die Hand dazu zu geben
Ist ihr innrer Groll zu bitter.

Als der Konsul dies ersehen,
Fürchtet Störung er der Ruhe
Und beginnt umher zu spähen,
Wer erheben soll die Truhe.

Sieh, da naht mit Flötenschalle
Ernst der Zug sich der Studenten,
Jeder Nation Marschalle
Sich heran zum Sarge wenden.

Jene, die sie nach dem Brande
Heimgetragen mit Verehren,
Nahn dem Konsul als Gesandte,
Schwarz, mit langen Trauerflören.

Und da sie das Zögern sahen
Und des Konsuls Wink empfingen,
Barhaupt sie dem Sarge nahen,
Fassen an den goldnen Ringen.

Heben ihn mit guter Site
Auf den hohen Trauerwagen,
In der Blumen stille Mitte,
Traurend, aber ohn Verzagen.

Als den Wagen sie verließen,
Kehrend hin zu den Gesellen,
Nun die Kinder ihn umschließen
Rings mit freudgen Blumenwellen.