"Es ist Zeit, müssen wallen,"
Spricht er, "weil die dunkle Gruft
Dieser jetzt, wie einst uns allen,
Mit metallner Zunge ruft."

Acht Matronen tief in Trauer
Tragen nun den Sarg hinab,
Stellten ihn zum Trost der Schauer
Unterm Baldachine ab.

Und die Ritter mußten wehren
Mit dem Schwert die Totenschau,
Doch ein jeder wollte ehren
Noch einmal die fromme Frau.

Und es zieht, sie anzuschauen,
Vor ihr hin der Leichenzug;
Ach, wer sieht, sich zu erbauen,
Solch ein heilig Bild genug!

Mit dem Kreuz vorüberziehen
Erst die Priester, traurig singend,
Und das Volk liegt auf den Knieen,
Chöre durch die Lüfte schwingend.

Und die Schwermut der Posaunen
Windet sich durch Litaneien,
Die vorm Ewigen erstaunen,
In der Zeit um Hilfe schreien.

Ihnen folgen fromme Orden,
Ewige Gebete lallend,
Vor den Kreuzen allerorten
Auf das Antlitzt niederfallend.

Und nun treten schwarze Nonnen
Um den Sarg, in weißen Schleiern,
Wie die Strahlen einer Sonnen,
Dieser Frommen Tod zu feiern.

Aber sie auch müssen gehen,
Denn jetzt nahn die Tiefbetrübten;
Seht der Kindlein Fahne wehen,
Traurig bei der Hochgeliebten!

Agnus castus mit dem Lamme
Führt die Mägdlein und die Knaben,
Die mit einem Blumendamme
Nun der Hirtin Sarg umgaben.