"Er soll gleich zurück jetzt nehmen,
Was er Apo sprach zum Schimpfe;
Laßt uns mit dem Degen wetzend
Überlärmen seine Dirne!"
Und ein frecherer Geselle
Schreit hinauf: "Ha! schweig sie stille,
Heilge Jungfrau, um die Wette
Wollen wir mit ihr eins singen!"
Aber wütend an der Kehle
Packt Meliore ihn und ringet
An den Boden hin den Frevler,
Und es heben sich die Klingen.
Alle dringen ihm entgegen;
Auf den Altar fliehend springet
Nun Meliore, sich das Leben
In der heilgen Freistatt fristend.
"Seinen Mantel werfe jeder
Nieder, der zu fechten willens,
Jedes Klinge will ich messen,
Dem ich Ehre abgeschnitten;
Und da vor so vielen Gegnern
Ich wohl keine Rettung finde,
Darum laßt zu Gott mich beten
Nur noch wenge Augenblicke!"
Eine tiefe Stille ehret
Seine Bitte, und er kniet;
Und von zwölfen breiten elfe
Ihre Mäntel um die Linde.
Wie zwei aufgeschreckte Rehe
In gehemmter Flucht erzitternd
Stehn die Jungfraun stumm am Fenster,
Niederblickend durch die Linde.
Als Meliore sie ersehen
Ruft er aufwärts: "Wenn ich sinke,
Liebesengel, Todesengel,
Bete für mich, wenn ich sinke!"
Und nun springt er an die Erde,
Seinen Rücken deckt die Linde,
Zierlich grüßt er mit dem Degen
Jeden in dem weiten Ringe.