Doch zuerst tritt ins Gefecht
Den er niederwarf im Grimme,
Und in tiefen Ängsten schwebend
Stehn die Jungfrauen und singen:

"Gott und Vater, soll er sterben,
Lasse seinen Zorn sich stillen,
Daß er möge Heil erwerben
Um Herrn Jesu Leiden willen!

Gott und Sohn! Schirm den Gerechten,
Decke ihn mit deinem Schilde,
Lasse ihn mit Ehren fechten
Hier vor deiner Mutter Bilde!

Heilger Geist, das Herz erhelle
Ihm, dem frommen Schwertumklirrten,
Daß der böse Feind nicht stelle
Schlingen dem im Streit Verwirrten!

Und Maria, Mutter, helfe,
Daß er seinen Judas finde,
Denn hier stehen wieder zwölfe,
Wie bei deinem heilgen Kinde!" —

"Gleiche Rechte, gleiche Rechte!"
Ruft der Gegner, "Brüder singet!
Hat er sich Musik bestellet,
Laßt mir auch ein Lied erklingen!"

Und es bricht aus vollen Kehlen
Ein Gesang mit wildem Grimme;
An den stillen Mauern brechen
Widergellend sich die Stimmen:

"Blanke Jungfern, blanke Degen
Muß man küssen, muß man schwingen;
Der Schwertfeger weiß zu fegen,
Sind sie rostig, unsre Klingen!

Wenn der Metzger Messer wetzet,
Muß sein Weib ein Lied ihm singen,
Und das Kalb, vom Hund gehetzet,
Hilft sie leichter ihm bezwingen.

Wetzt, ihr Brüder, wetzt die Degen,
Weil die schöne Jungfer singet,
Weil das Kalb sie uns entgegen
Singend aus dem Stalle bringet.