Blanke Jungfern, blanke Degen,
Muß man küssen, muß man schwingen;
Der Schwertfeger weiß zu fegen,
Sind sie rostig, unsre Klingen!"

Und schon mehret sich die Menge,
Hergelockt aus allen Winkeln,
Und es drohet aus der Ferne
Schon der schwere Tritt der Sbirren.

Von dem wilden Sang erwecket,
Kam nun Apo auch zu Sinnen,
Der in seiner Weisheit Netzen
Hing wie eine giftge Spinne.

Und kaum trat er auf die Schwelle,
Nähert sich der heilgen Linde,
Als ein Lebehoch entgegen
Ihm von allen Lippen dringet.

Aber vor ihm fliegt ein Degen,
Senkrecht in die Erde dringend,
Den Meliore seinem Gegener
Kräftig aus der Faust legierte.

Und Apone fragt verlegen:
"Wer hat diesen Gruß geschicket?"
Und Meliore spricht: "Vergebet,
Es ist meines Gegners Klinge.

Nicht um Ehre, noch um Leben
Fecht ich hier, bloß um die Klinge:
Diese euch zu Füßen legend,
Wählt mein Glück euch selbst zum Richter.

Und ich reich euch meinen Degen,
Weil ich kann mit beßrer Sitte
Weder rechten hier, noch fechten!"
Spricht Apone — "Werdet stille!

Denn es ist ein schwerer Frevel,
Jetzt Tumulte anzuspinnen,
Da der ganze Staat sich trennet
In zwei feindliche Partien.

Wer jetzt offnen Lärm erreget,
Gleicht der Krähe, welche pickend
Auf dem hohen Alpenschnee
Anstoß gibt zu den Lawinen,