Schmähst du ewige Gesetze,
Der Gesellschaft Urgranite,
Dann schimpfst du den Kern der Erde,
Der zum Licht dringt in Gebirgen!" —

"Ja, ich schmähe," sprach der Lehrer,
"Die Pandektentitel-Flicker
Und die unfruchtbaren Rechte,
Kahl wie deine Urgranite!

Die sich immer kahl vererben,
So wie öder Berge Gipfel,
Von Geschlechte zu Geschlechte
Ihre alten Knoten schlingend.

Und wie magst du diese Zwerge
In papiernen Nestern nistend,
Noch vergleichen mit den Bergen,
Die juristischen Philister?"

Und Meliore spricht: "Die Zwerge,
Ja sie wohnen in Gebirgen,
Schmieden dort die starken Schwerte,
Eitle Riesen zu bezwingen.

Aus der Tiefe mit den Bergen
Wächst das Eisen auf zum Lichte,
Und von ihnen wiederkehret
Alles zu der Tiefe wieder.

So steigt nieder von den Bergen
Die Natur, und ihren Gipfeln
Sind die weiten Sündflutmeere,
Ist der Zorn zuerst entwichen.

So steigt nieder von den Bergen
Die Geschichte: auf der Spitze
Sinai gab Gott Gesetze
Mosen für die Israliten.

Wenn die Erde längst verwelket,
Steht noch das Granitgerippe,
Und des Wassers Flut begegnend
Heulet drum das Spiel der Winde.

So auch stehen die Gesetze,
Wenn die Staaten rings versinken
Und unzählige Geschlechter
An dem alten Recht sich bilden."