** Romanze VI: Pietro
Sieh, es schürzet Rosablanke
Sich ihr Röcklein vor dem Tore,
Rückt den Korb, daß er nicht wanke,
Sich bequemer auf dem Kopfe.
Ganz befangen in Gedanken
Und erfüllt mit neuer Sorge
Eilet durch das Feld die Schlanke
Wie auf traumbeschwingter Sohle.
Höret nicht den "Guten Abend",
Den der Wandrer ihr geboten,
Und erwidert kaum das Amen
Auf ein: Jesus sei gelobet!
Aber an den letzten Garten
Steht des Gärtners Fenster offen:
"Rosablanke, Rosablanke!"
ruft er ihr mit freudgem Tone.
"Willst du so vorüber wandeln?
Nimm vorlieb; hier sind Melonen,
Feigen, Ananas, Orangen,
Alle bloß für dich gebrochen!
Lange hab ich dein geharret;
Die mit dir zum Markte zogen,
Sind schon lang zurückgewandert.
Wo hast du so lang verzogen?"
Und die Jungfrau spricht, sich sammelnd:
"Bald hätt ich mein Wort gebrochen,
Aber lieber mirs erlasse,
Denn es sinket schon die Sonne!
Ängstlicher, als du geharret,
Harret mein der Vater Kosme.
Sieh, wie lange schon die Schatten!
Wäre ich den Berg erst oben!
Sei Geleitsmann deinem Gaste,
Ich will deine Güte loben!"
Also bittet Rosablanke;
Jener greift nach seinem Korbe,