Eile nicht, vorüberfliehend
Mit der Sichel scharf und blank;
Schneide ab den Stamm, der knieend
An der Erde welk und krank.
Eine Wagschal, hoch auffliegend,
Hebt die Buße dich hinan,
Meine Sünde nie aufwiegend
Klagest du vor Gott mich an.
Wie so weiß dein Schleier fliehet,
Nonne, durch den Sternensaal,
Mit dir betend, büßend, ziehet
Still der Sterne Nacht-Choral.
Aus der Unschuld Paradiesen,
Wo du trugst den Rosenkranz,
Irrest du, durch mich verwiesen
Mit des Schwertes Feuerglanz."
Doch der Mond zog stillverschwiegen
Hinter eine Wolkenwand,
Ließ ihn ungetröstet liegen,
Wo er ihn in Tränen fand.
Und er hebt sich von den Knieen,
Als er sein Gebet vollbracht;
Aber ihm ward nicht verziehen.
Auf dem Tale lag die Nacht.
** Romanze IX: Apo und Moles auf dem Turme
In des Turmes höchster Kuppel,
Unter seinem Fuß die Glocke,
Sitzt Apone, und die Uhren
Rasseln unter ihm im Boden.
In des hohlen Spiegels Runde,
Gegenüber einem Loche,
Sieht die weite Stadt er ruhen
Abgetürmt am Horizonte.
Doch des Meisters Blicke suchen
Rings umher im weiten Bogen,
Bis sie auf der hohen Kuppel
Des Theaters fest geworden.