Und traumwandelnd sie beschleichet
Nun der schlaue Azrael,
Und die Träumerin sie reichet
Sieben Staube dem Gesell.

Da er zu dem Ewgen steiget,
Ließ er sie im Schlafe stehn,
Der der Erde hat gezeiget,
Daß sie müsse untergehn.

Da den Staub dem Herrn er reichet,
Spricht der Ewge: "Azrael!
Wer das Leben so beschleichet
So vollbringet den Befehl,

Der soll alle Seelen leiten
Zu dem Himmel, zu der Höll,
Die sich von dem Leben scheiden,
Todesengel Azrael!"

Und die Erden schärfer scheidend
Ließ des Meisters Will entstehn,
Tiere immer höher schreitend
Kriechen, schwimmen, fliegen, gehn.

Und die sieben Erden einet
Er zum Menschen noch zuletzt;
Der da lachet und auch weinet
War zum Erdherrn eingesetzt.

Ihn haucht an der Herr der Geister,
Hat ihm einen Geist geschenkt,
Daß er ähnlich sei dem Meister,
Irdisch lebend göttlich denkt.

Von der Erd zum Sternenkreise
Reicht er, wenn er aufgestellt;
Sonnen gleich zu Gottes Preise
War das Antlitz ihm erhellt.

Ruhend ihm die Stirne reichte,
Wo die Sonne aufersteht;
Ruhend ihm die Ferse reichte,
Wo die Sonne untergeht.

Und die Tiere und die Geister
Blieben betend vor ihm stehn,
Glaubten ihn den ewgen Meister,
So war herrlich er und schön!