In dem roten Sonnenscheine
War sie so in Trauer schön,
Stille lauschend, wie sie weine,
Blieb er auf den Wogen stehn.
Und von ihrem heißen Weinen
Wurden seine Flügel schwer,
Und er mußte mit ihr weinen
Nieder in das dunkle Meer.
Da er in die Wogen weinet,
Da erbitterte das Meer,
Und ihr Herz in Schmerz versteinet
Floß in salzgen Quellen her.
Und der Engel wollte weichen,
Da die Sonne stieg zur See,
Und er stellt zum Friedenszeichen
Ihr den Mond in blauer Höh.
Da er zu dem Licht aufreisend
Durch das hohe Himmelsfeld,
Rollen seine Tränen kreisend
Um die Erd das Sternenzelt.
Und der Herr sprach: "Niedersteige
Zu der Erde, Azrael!
Daß sie dir des Staubes reiche,
Bringe ihr des Herrn Befehl!"
Und der Seraph weit ausbreitet
Er die Flügel um sich her,
Daß der Schatten mit ihm schreitet
Und die Nacht so tief und schwer.
Ihn soll nicht ihr Schmerz ergreifen,
Er will sie nicht trauern sehn,
Und vor ihm an ihren Reifen
Mond und Sonne untergehn.
Von der neuen Lichter Scheine
Die Geblendeten vergehn,
Als sie freudg und alleine
In ihr eigenes Herz gesehn,
Und fand allerlei Gebeine,
Die das Licht in ihr erregt,
Fand in sich die edlen Steine
Dunkel schimmernd ausgelegt.