Tausend Engel, sie zu preisen,
Vor dem klaren Weibe gehn,
Singend, spielend sie umkreisen
Rings mit himmlischem Getön.

Und es tanzten rings den Reigen
Sonne, Mond und Sterne fern
Nach der Engel Harf und Geigen
Vor der Braut des Erdenherrn.

Während seinen Segen beiden
Reichet gütig nun der Herr,
Zu der Mahlzeit sie zu leiten
Eilten dann die Engel her.

Auf dem Tisch von Edelsteine
Da die Hochzeitsspeisen stehen,
Schenkend wohlgekühlte Weine
Engel um die Tafel gehn.

Gott zeigt in dem Paradeise
Einen Baum, der hoch aufstrebt,
Spricht: "Die Frucht nehmt nicht zur Speise,
Sie ist tödlich!" und entschwebt.

Da er von der Erde weichet,
Von dem Herren zum Geschenk
Raphael ein Buch ihm reichet,
Daß er seiner Liebe denk.

Aller Schöpfung Heimlichkeiten
In dem Buch verzeichnet stehn,
Und die Engel aller Seiten
Schleichen, in das Buch zu sehn.

Hinter seinem Rücken schreibet
Ab das Buch der Samael,
Luzifer ihn dazu treibt,
Daß auch nicht ein Buchstab fehl.

Doch zu viel sitzt seinem Weibe
Bei dem Buche der Gesell,
Und sie schweift zum Zeitvertreibe
Durch den weiten Garten schnell.

Und sie sieht zur ihr herreiten
Auf dem ragenden Kameel,
Der sie will zur Freiheit leiten,
Stolz den hohen Samael.