Nein, sie gehn zur letzten Ehre,
Trauernd all in schwarzer Farbe,
Was sie lieben anzusehen
In die Runde des Theaters.

Denn die herrliche Biondette
Wird der Bühne heut entsagen,
Morgen dann den Schleier nehmen
In der Kirche zu Sankt Claren.

Und der Schein unzähl'ger Kerzen
Füllet leuchtend schon die Hallen,
Und es lodern alle Herzen
In unsichtbar schönen Flammen.

All die schwarzen Fraun und Herren,
All die Diamanten strahlend
Und die schwarzen Augen brennend
Reihen blendend sich zum Kranze.

Bis lebendig alle Wände
In viel tausend Herzen schlagen,
Jeder Blick ein Aug muß treffen,
Jeden Ton ein Ohr muß fassen.

So gleich einem Firmamente
Mit viel guten Sternen flammend,
Baut sich wundersam ein Tempel,
Um Biondetten zu umfangen.

Da der Vorhang ruhig schwebet,
Sonne, bist du aufgegangen,
Leise Kühlung duftend wehet
Um die sehnsuchtsheißen Wangen.

Liliensäulen sich erheben
Eine Rosenkuppel tragend;
Unter einem Blumentempel
Steht Biondetta mit der Harfe.

Ach, sie war ein klarer Engel,
Voll von lieblichen Gedanken,
Einer frommen Jungfrau Seele
An der Himmelspforte zagend.

Alles Licht zu ihr sich sehnet,
Zu ihr alle Strahlen fallen,
Alles schweigt und liebt und betet
Recht in selgem Wohlgefallen.