Frida lachte herzlich, als sie das Verschen gelesen hatte. »Das ist sicher ohne Hannchens Vorwissen zu mir gewandert,« sagte sie dann nachdenkend. »Aber es bestätigt mir endlich, was ich lange schon gedacht habe: Jener unselige Valentinstag hat zur Verlobung der beiden lieben Paare geführt, wie ich im Stillen so innig wünschte. Sie haben es nur nicht eingestehen wollen, da dieser Tag für andre so unheilvoll wurde. Aber wie Herr von Helldorf zu Pastor Werder beim Abschied leise sagte, so können wir schließlich alle sprechen: »Gott sei Dank, das war ein gesegneter Tag für mich!« —

Und rasch eine Thräne zerdrückend, welche gegen ihren Willen noch einmal ihr helles Auge trübte, reichte Frida ihren Eltern beide Hände. »Auch ihr sollt so sagen können, das verspreche ich euch! Eure Frida ist an jenem Tage und in jener Zeit von mehr als dieser einen Thorheit geheilt worden.«

Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig.