Wir standen am Ufer des Iguassu und warteten auf die Barkasse. Jeden Augenblick glaubte ich das Puffen des Motors zu hören und hoffte das Boot an der nächsten Flußbiegung auftauchen zu sehen, aber dann war es wieder nichts.

„Manchmal wird es 5 Uhr, bis sie kommt“, tröstete Karl.

Karl war bisher Kellner in einem deutschen Hotel von Porto da União gewesen und ging jetzt daran, sich selbständig zu machen. Er hatte sich ein paar tausend Milreis erspart und erborgt. Mit denen wollte er eine Venda in Cruz Machado aufmachen.

„Gibt es denn dort noch keine?“ fragte ich.

„Doch, schon drei, aber es wird schon noch für eine vierte etwas zu verdienen geben. Die Kolonie wächst.“

Karls Vertrauen stand in krassem Gegensatz zu allem, was man mir in der Stadt gesagt.

„Was, Sie wollen nach Cruz Machado?“ hatte der Wirt gemeint, als er von meiner Absicht gehört. „Das hat gar keinen Wert. Cruz Machado taugt nichts.“

„Der Boden ist schlecht“, sagte der Besitzer der größten Venda. „Alle Einwanderer, die dorthin gehen, kommen wieder zurück. Es ist ein Verbrechen, Einwanderer nach Cruz Machado zu bringen.“

Auch der sehr verständige Arzt meinte, es gebe so viele Kenner dieser neuen Staatskolonie in Porto da União, daß ich hier alle Auskünfte viel besser einziehen könnte als draußen im Wald.