Es ist sehr klar, und es ist sehr augenscheinlich, daß Gott Adam als Zwitter geschaffen hat; denn nach dem folgenden Verse sagt er zu Adam:

„Seid fruchtbar und mehret euch, und füllet die Erde.“

Dies wurde am sechsten Tage bewerkstelligt. Erst am siebenten Tage schuf Gott das Weib. Ungeheures tat Gott zwischen der Erschaffung des Mannes und der des Weibes. Er ließ Adam alles kennen lernen, was er geschaffen hatte: Tiere, Pflanzen usw. Alle Tiere erschienen vor Adam.

„Adam[9)] bemerkte sie alle; und der Name, den Adam jedem der Tiere gegeben hat, ist sein wirklicher Name.“

„Adam[10)] gab also einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen usw.“

Bis dahin ist das Weib noch nicht erschienen; es ist unerschaffen. Adam ist immer Zwitter. Er hat allein fruchtbar sein und sich vermehren können.

Und um die Zeit zu verstehen, während welcher Adam die beiden Geschlechter in sich hat vereinigen können, genügt es, darüber nachzudenken, was diese Tage, von denen die Schrift spricht, sein können, diese sechs Tage der Schöpfung, dieser siebente Tag der Ruhe usw.

Es kann wirklich nur niederschmetternd wirken, daß beinahe alle unsere Theologen, alle unsere Mucker den großen, den heiligen Namen Gottes mißbrauchen; jedesmal ist man verletzt, daß der Mensch ihn herabwürdigt, daß er die Idee des ersten Wesens schändet, indem er ihr die des Hirngespinsts seiner Meinungen unterschiebt. Je tiefer man in den Busen der Natur eindringt, desto höher ehrt man ihren Schöpfer.

Eine blinde Ehrfurcht aber ist Aberglaube; einzig eine aufgeklärte Ehrfurcht gebührt der wahren Religion. Um in lauterer Weise die ersten Taten zu verstehen, die uns der göttliche Interpret hat zuteil werden lassen, muß man, wie es der beredte Buffon tut, mit Sorgfalt die Strahlen auffangen, die von dem himmlischen Lichte ausgegangen sind. Anstatt die Wahrheit zu verdunkeln, kann ihr das nur einen neuen Grad von Glanz hinzufügen.

Worauf kann man, wenn man dies voraussetzt, aus den sechs Tagen, die Moses so genau bezeichnet, indem er sie einen nach dem anderen zählt, schließen, wenn nicht auf sechs Zeitspannen, sechs dauernde Zwischenräume? Diese mangels anderer Ausdrücke durch den Namen Tag angezeigten Zeitspannen können nicht mit unseren wirklichen Tagen in Verbindung gebracht werden, da drei dieser Tage nacheinander verstrichen sind, bevor die Sonne erschaffen worden ist. Diese Tage waren demnach unseren nicht ähnlich, und Moses zeigt das klar an, indem er sie von Abend bis Morgen rechnet, während man die Sonnentage von Morgen bis Abend rechnet und rechnen muß. Diese sechs Tage waren also weder den unsrigen ähnlich, noch untereinander gleich, sie waren der Arbeit angemessen. Es waren demnach nur sechs Zeitspannen. Wenn also Adam den sechsten Tag als Zwitter erschaffen und das Weib erst am Ende des siebenten hervorgebracht worden ist, so hat Adam all die Zeit über, die es Gott gefallen hat, zwischen diese beiden Zeitpunkte zu legen, in sich selber und durch sich selber erzeugen können.