"Ich erinnere mich, diesen Schatz von Pistölchen in deiner
Waffenkammer auf der Au gesehen zu haben,—aber war es nicht ein
Pärchen?"

"Du träumst…"

"Ich kann mich geirrt haben. Spielt das kleine Ding leicht?"

"Leider ist der Drücker etwas verhärtet, aber du darfst das fremde Meisterstücklein keinem hiesigen Büchsenmacher anvertrauen, er würde dir es verderben."

"Etwas hart? tut nichts!" sagte der Pfarrer. Er nahm trotz Mantel und Kragen am einen Ende der Laube Stellung. Auf dem linken Fuße ruhend, den rechten vorgesetzt, zog er den Hahn und krümmte den Arm.

Eben verstummten die Glocken auf dem nahen Kirchturme, und das
Auszittern ihrer letzten Schläge verklang in dem Gesumme der Wespen,
die sich geräuschvoll um die noch nicht geschnittenen Goldtrauben der
Laube tummelten.

Der Pfarrer hörte nichts—er drückte und drückte mit dem Aufgebot aller Kraft.

"Pfui, Alter, was schneidest du für Grimassen?" spottete Wertmüller. "Gib her!" Er entriß ihm die Waffe und legte seinen eisernen Finger an den Drücker. Der Hahn schlug schmetternd nieder. "Du verlierst deine Muskelkraft, Vetter! Dich entnervt die gliederlösende Senectus! Ich will dir selbst den Mechanismus etwas geschmeidiger machen—du weißt, daß ich ein ruhmreicher Schlosser und ganz leidlicher Büchsenschmied bin!" Der General ließ die schmucke kleine Waffe in die Tiefe seiner Tasche zurückgleiten.

"Nein, nein, nein!" rief der Pfarrer leidenschaftlich. "Du hast es mir einmal geschenkt! Ich lasse es nicht mehr aus den Händen!…"

Zögernd hob der General das Pistol wieder hervor—nicht mehr dasselbe. Er hatte es, der alte Taschenspieler, mit dem auch für ein schärferes und ruhiges Auge nicht leicht davon zu unterscheidenden Zwillinge gewechselt.