Da kauerte sich der Alte zusammen wie ein trotziges Kind und schüttelte das graue Haupt.

'Laß den Arglistigen seine Straße ziehen!' mahnte Ezzelin lauter.
—'Vater, Vater!' schluchzte der Mönch, und seine Seele zerfloß in
Mitleid.

'Erlauchter Herr und christlicher Bruder', fragte jetzt ein Priester mit unsicherer Stimme, seid Ihr in der Verfassung, Euern Schöpfer und Heiland zu empfangen?'

Der Alte schwieg.

'Steht Ihr fest im Glauben an die Heilige Dreifaltigkeit? Antwortet mir, Herr!' fragte der Geistliche zum andern Male und wurde bleich wie ein Tuch, denn: 'Geleugnet und gelästert sei sie!' rief der Sterbende mit starker Stimme, gelästert und—'

'Nicht weiter!' schrie der Mönch und war aufgesprungen. 'Ich bin Euch zu Willen, Herr! Machet mit mir, was Ihr wollt! Nur daß Ihr Euch nicht in die Flammen stürzet!'

Der Alte seufzte wie nach einer schweren Anstrengung. Dann blickte er erleichtert, ich hätte fast gesagt vergnügt, um sich. Er ergriff mit tastender Hand den blonden Schopf Dianas, zog das sich von den Knien erhebende Weib in die Höhe, nahm ihre Hand, die sich nicht weigerte, öffnete die gekrampfte des Mönches und legte beide zusammen.

'Gültig! vor dem hochheiligen Sakrament!' frohlockte er und segnete das Paar. Der Mönch widersprach nicht, und Diana schloß die Augen.

'Jetzt rasch, ehrwürdige Väter?' drängte der Alte, 'es eilt, wie ich meine, und ich bin in christlicher Verfassung.'

Der Mönch und seine Braut wollten hinter die priesterliche Schar zurücktreten. 'Bleibt', murmelte der Sterbende, 'bleibt, daß euch meine getrösteten Augen zusammen sehen, bis sie brechen!' Astorre und Diana, kaum einige Schritte zurückweichend, mußten mit vereinigten Händen vor dem erlöschenden Blick des hartnäckigen Greises verharren.