'Mein Sohn', sagte er, 'was du sahest, war ein vorausgeeiltes Kind des himmlischen Triumphzuges. Fürchte nichts! Dem ambrosischen Hälschen geschieht kein Leid!'

'Aber', reizte der böse Narr, 'das Kind ist gewachsen, so hoch!' Er hob die Hand. Dann senkte er sie und hielt sie über dem Boden. 'Und die Kutte Euer Herrlichkeit', grinste er, 'liegt so tief!'

Das Gemeine konnte den Mönch nicht berühren. Ein schöpferisches Feuer war aus der Hand Antiopes in die seinige gefahren und begann zuerst zart und sanft, dann immer heißer und schärfer in seinen Adern zu brennen. 'Gepriesen sei Gott Vater', frohlockte er plötzlich, 'der Mann und Weib geschaffen hat!'

'Die Eva?' fragte der Narr.

'Die Antiope!' antwortete der Mönch.

'Und die andere? Die Große? Was fängst du mit der an? Schickst du sie betteln?' Gocciola wischte sich die Augen.

'Welche andere?' fragte der Mönch. 'Gibt es ein Weib, das nicht
Antiope wäre!'

Dies war selbst dem Narren zu stark. Er glotzte Astorre erschreckt an, wurde aber von einer Faust am Kragen gepackt, gegen die Pforte geschleppt und auf den Flur gesetzt. Dieselbe Hand legte sich dann auf Astorres Schulter.

'Erwache, Traumwandler!' rief der zurückgekehrte Ascanio, welcher die letzte schwärmerische Rede des Mönches belauscht hatte. Er zog den Verzückten auf eine Fensterbank nieder, heftete fest Augen auf Augen, und: 'Astorre, du bist von Sinnen!' sprach er ihn an. Dieser wich zuerst den prüfenden Blicken wie geblendet aus, dann begegnete er ihnen mit den seinigen, die noch voller Jubel waren, um sie scheu niederzuschlagen.

'Wunderst du dich?' sagte er dann.