Die harte Rede reute ihn. "Frau, laß mich ziehen!" bat er. "Und daß du dich zufrieden gebest, hole ich dir heute noch den Gnadenreich, und wir verloben die Schwester. Wo haust er?"
"Ich danke dir, Wulfrin. Graciosus wohnt nicht ferne von hier, in Pratum." Sie deutete nach einer zerrissenen Schlucht, über welcher eine grüne Alp hoch emporstieg. "Ich gebe dir einen Führer. Den Knaben hier." Sie zeigte in den Hof hinunter, wo ein Hirtenbube sich damit beschäftigte, eine Sense zu wetzen. Palma stand neben ihm und plauderte.
"Gabriel", rief ihn die Richterin, "du führst deinen Herrn Wulfrin nach Pratum."
"Den Höfling? Mit Freuden!" jauchzte der Bube.
"Er träumt davon", erklärte die Richterin, "hinter dem Kaiser zu reiten. Besieh dir ihn."
"Darf ich mit?" fragte Palma und hob das Haupt.
"Nein", sagte die Richterin.
"Bruder!" bat sie und streckte die Hände.
"Schon wieder! Zum Teufel!" fluchte er. Ihre Augen füllten sich mit
Tränen. "So komm, Närrchen!"
Da die dreie barhaupt und reisefertig in dem feuchten Tore standen, während ringsum die Sonne brannte, sagte die geleitende Richterin zu Wulfrin: "Ich anvertraue dir Palma: hüte sie!"