An seinen hagern Schultern rieselt Blut!
Zu beten hebt er an in Andachtsglut.

Gezwungen lauschend hör' ich jedes Wort
Auf jenen qualberauschten Lippen dort:

"Maria, makellos empfangne Magd,
Zu Deinen Knie'n hab' ich der Welt entsagt.

Dem ird'schen Rittertum ersterb' ich hier
Und zeichne mich zum ew'gen Knechte Dir.

Wo darf ich bluten? Gib das Feldgeschrei!
Du deutest schmerzlich auf die Ketzerei—

Sie haben Dir die Krone von dem Haupt
Und aus der Hand die Lilie Dir geraubt.

Du weinest? Deine Tränen brennen mich—
Ich führe Deine Sache. Tröste Dich!

Ein Wink von Dir—so stürz' ich in die Schlacht.
Nicht kennst Du selbst die Größe Deiner Macht!

Im Bibelbuche spricht der eigne Sohn
Zu Dir, Du Hohe, nicht in würd'gem Ton.

Die heil'gen Schriften sind der Ketzer Hort—
Du lächelst und besiegst das Bibelwort.