Ihm gab ich das Geleit bis an den Kahn,
Dann stieg den Hügel langsam ich hinan.
Es war ein goldner Morgen im August,
Das zweite Gras gedieh mit Kraft und Lust!
Die ganze dichte blühnde Wiese klang
Und wogt' und schwirrt' und flattert', zirpt' und sang.
Ich schritt in Halm und Blumen, überflammt
Von süßem Sonnenlicht—zum Tod verdammt!
Da warf ich in die duft'ge Wiese mich,
Verbarg das Haupt und weinte bitterlich
Und lange lag ich still im grünen Tal,
Mein eigen Bildnis oder Grabesmal.
LIII Die Beichte
Hier schreit' ich über meinem Grabe nun—
Hei Hutten, willst du deine Beichte tun?
's ist Christenbrauch. Ich schlage mir die Brust.
Wer ist ein Mensch und ist nicht schuldbewußt?
Mich reut mein allzuspät erkanntes Amt!
Mich reut, daß mir zu schwach das Herz geflammt!
Mich reut, daß ich in meine Fehden trat—
Mit schärfren Streichen nicht und kühnrer Tat!