Mich reut die Stunde, die nicht Harnisch trug!
Mich reut der Tag, der keine Wunde schlug!

Mich reut—ich streu' mir Aschen auf das Haupt—
Daß nicht ich fester noch an Sieg geglaubt!

Mich reut, daß ich nur einmal bin gebannt!
Mich reut, daß oft ich Menschenfurcht gekannt!

Mich reut—ich beicht' es mit zerknirschtem Sinn—
Daß nicht ich Hutten stets gewesen bin!

LIV Göttermord

Heut aber tat ich, was die Frommen freut:
Entgöttert meine Schriften hab' ich heut.
Wo "Zeus" und "Herakles" zu lesen stand,
Schrieb "Jesus Christus" ich mit fester Hand.

Statt "Nectarkrügen" und statt "Bacchanal"
Setzt' stracks ich "Abrams Schoß" und "Himmelssaal".

Kein einz'ger Griechenschwur und Römerfluch
Prangt mehr in meinem Dialogenbuch.

Ich löge, sagt' ich, wenn mir Bann und Acht
Des Heidenhimmels großen Kummer macht.

Das Wiesenbächlein flutet leicht und hell,
Was braucht's, daß eine Nymphe bad' im Quell?