LIX Sturm und Schilf

Mit Gott zu hadern ist nicht wohlgetan,
Es lockt Gesellschaft von Dämonen an.
Durch meine Fensterluke späh' ich vor,
Der Wurf der Welle sprüht zu mir empor.

Den schwarzen Riesenbaum am Inselhorn
Umlodert flammender Gewitterzorn.

Aufrauscht's im Schilf, wild fährt der Sturm einher,
An tiefsten Lebenswurzeln rüttelt er.

Der Teufel saust im Wind und pfeift und lacht
Und meinen Namen ruft er durch die Nacht.

"Hei Hutten, der, von Wellenschaum umspritzt,
Auf einer öden Klosterinsel sitzt!

Du gleichst dem Helden deines Scherzgedichts,
Du bist der Niemand und zerinnst in nichts!

Der du gedurstet und gehungert hast,
Hinweg! Mach Raum für einen klügern Gast!

Dir schlag' ich eine Grabesinschrift vor:
'Er focht für Wolken und er war ein Tor.'

Fahr hin! Doch eh' du stirbst, der Welt ein Spott,
Erleichtre dir das Herz und lästre Gott!"