An hellen Tagen liebt' in Hof und Saal
Ich nicht das Bild des Schmerzes und der Qual;

Doch Qual und Schmerz ist auch ein irdisch Teil,
Das wußte Christ und schuf am Kreuz das Heil.

Je länger ich's betrachte, wird die Last
Mir abgenommen um die Hälfte fast,

Denn statt des einen leiden unser zwei:
Mein dorngekrönter Bruder steht mir bei.

LXVII Ein christlich Sprüchlein

In meinen Leidensnächten ohne Stern
Erlab' ich mich an guter Sprüche Kern.
Sankt Paule, der du mir zu jeder Frist
Aus dem Apostelbund der liebste bist,

Eins deiner Sprüchlein so von ungefähr
In bittern Nöten bet' ich vor mich her:

"Es ängstet sich, es sehnt sich allezeit
Die Kreatur in ihrer Endlichkeit."

Oft wird der edle Leib, das schöne Sein
Zum dumpfen Kerker ohne Licht und Schein.

Dann ist es nicht ein hergebracht Gebet
Es ist der Geist, der in uns seufzt und fleht,