Und wärst du, Gott und Herr, nicht ewiglich,
Ein solches Stoßgebet erschüfe dich.
LXVIII Ein heidnisches Sprüchlein
Heut fiel mir wieder ein—ich weiß nicht wie—
Ein Spruch aus Sokrates' Apologie:
"Was wartet unser, wann des Erdeseins
Unruhig Licht erlischt—von zweien eins:
Für sel'gen Wandel ein bequemer Raum?
Ein ungekränkter Schlummer ohne Traum?"
Wir Christen haben ein gewisses Licht,
Doch auch ein Heidensprüchlein schadet nicht.
LXIX Der Strom des Lebens
Mir war: ich fuhr in halber Finsternis
Auf einem Strom, der mich von dannen riß.
Unwiderstehlich, ohne Frist und Halt
Entführte mich die jähe Stromgewalt.
Vorüber glitten dunkel Stadt und Schloß.
Ein ferner Donner scholl. Der Nachen schoß.
Und ich erriet, daß ich den Rhein befuhr
Ein wenig über seinem Sturze nur.
LXX Scheiden im Licht