Verschärfte Schmerzen foltern mein Gebein,
Doch, soll ich sterben, muß es Morgen sein!
Doch, soll ich aus der Welt von hinnen gehn,
So muß ich erst erhellte Pfade sehn!
In meine Todesschauer sei gemischt
Der Frühe Schauer, der das All erfrischt!
Verstöhnen laß mich hier im Dunkel nicht,
Befreie deinen Kämpfer, starkes Licht!
Auf deinen goldnen Schwingen trägst du Heil,
Erlege mich mit deinem ersten Pfeil!
LXXI Abfahrt
Ich reise. Freund, ein Boot! Ich reise weit.
Mein letztes Wort… ein Wort der Dankbarkeit…
Auch dir, du Insel, meine grüne Haft!
Den Hutten treibt es auf die Wanderschaft.
Noch gibt's zu tun. Geschwind! Wo bleibt der Kahn?
Die Welle drängt! Ein Segel wallt heran!
Die Firne starren mir ins Angesicht…
Das bleiche Geisterland erschreckt mich nicht…
Ein langer hagrer Ferge rudert dort…
Hehe! Hierher! Es will ein Wandrer fort!
Was hältst du, Freund, mich an die Brust gepreßt?
Bin ich ein Sklave, der sich fesseln läßt?