Frau Prostakowa (zum Mann). Lüg du nur! Bist zeitlebens ein Maulaffe gewesen!

Prostakow. Er und Prawdin sind wie in die Erde gesunken! Bin ich schuld?

Frau Prostakowa (zu Milon). Ach, Herr Offizier! Ich habe Sie im ganzen Dorfe gesucht; mein Mann hat sich die Beine ablaufen müssen, um Ihnen meinen tiefsten Dank für das vortreffliche Kommando auszusprechen.

Milon. Wofür denn, gnädige Frau?

Frau Prostakowa. Wie denn, wofür? Ihre Soldaten sind prächtige Menschen: haben bis jetzt mit keinem Finger etwas angerührt. Zürnen Sie nicht, bester Herr, daß diese Mißgeburt (auf den Mann zeigend) mit seinem ewigen Gaffen Ihnen nicht wie nötig begegnet ist. Er war von Kindheit an ein Tölpel.

Milon. Bitte, nicht im geringsten –

Frau Prostakowa. Er ist manchmal wie vor den Kopf geschlagen – steht stundenlang mit starr aufgerissenen Augen. Was hab’ ich schon alles mit ihm versucht, was hat er alles von mir aushalten müssen – nichts wirkt auf seine dicke Haut. Und geht mal sein Klotzzustand vorüber, so beginnt er ein solches Blech zu schwätzen, daß man zu Gott fleht, er möchte ihn nur wieder vor den Kopf schlagen!

Prawdin. Sie wenigstens, gnädige Frau, können nicht über seinen Charakter klagen: er ist sanftmütig –

Frau Prostakowa. Wie ein Kalb, bester Herr, wie ein Kalb! Deshalb auch sind alle bei uns im Hause so verwöhnt. Denn um Strenge walten zu lassen und die Schuldigen gehörig zu bestrafen – dazu ist er zu dämlich! Muß alles selbst thun, lieber Herr. Vom Morgen bis zum Abend hat weder meine Zunge noch meine Hand einen Augenblick Ruhe: bald muß ich schimpfen, bald hauen; nur auf solche Weise kann ich das Haus halten.

Prawdin (für sich). Es wird bald anders gehalten werden.