Frau Prostakowa (zu Sophie). Habe die Zimmer für deinen lieben Onkel in stand gesetzt. Ach, wie möcht’ ich ihn sehen, den ehrwürdigen Greis! Ich habe viel Gutes von ihm vernommen. Selbst böse Menschen behaupten, er sei nur ein wenig griesgrämig, doch außerordentlich klug; wen er einmal liebt, den liebt er von ganzer Seele.

Prawdin. Und wen er nicht liebt, der ist ein schlechter Mensch. (Zu Sophie.) Ich selber habe die Ehre, Ihren Onkel zu kennen. Ich habe manches über ihn vernommen, das mir aufrichtige Hochachtung für ihn ins Herz flößte. Was man so seine Griesgrämigkeit, seine Grobheit nennt, ist nur der Eindruck seiner Geradheit. Nie im Leben hat seine Zunge „Ja“ gesagt, wenn seine Seele ein „Nein“ fühlte.

Sophie. Dafür hat er auch nur mit großer Mühe sein Glück machen können.

Frau Prostakowa. Gott segnet uns, indem er seine Bemühungen mit Erfolg segnete. Nichts wünscht’ ich sehnlicher als sein väterliches Wohlwollen für meinen Mitrofan! ... Sophiechen, mein Herz, willst du nicht des Onkels Zimmer in Augenschein nehmen? (Sophie ab; zu Prostakow.) Hast du schon wieder Maulaffen feil? Begleite sie, die Beine sind dir nicht abgefallen.

Prostakow (im Fortgehen). Nicht abgefallen, jedoch eingeknickt.

Frau Prostakowa. Meine einzige Sorge, meine einzige Freude ist – Mitrofan. Ich habe gelebt, er muß erst leben und Mensch werden. (Hier erscheinen Kutejkin mit einer Fibel und Zyfirkin mit einer Schiefertafel und einem Griffel. Beide fragen durch Zeichen Jeremejewna, ob sie eintreten dürfen. Sie winkt herein, Mitrofan – heraus.) Nun, Gott wird wohl gnädig sein, wird ihn mit Glück segnen.

Prawdin. Sehen Sie sich um, gnädige Frau, was hinter Ihrem Rücken vorgeht.

Frau Prostakowa. Ach, das sind Mitrofans Lehrer; Ssidorytsch, Kutejkin –

Jeremejewna. Und Pafnutjitsch, Zyfirkin.

Mitrofan (beiseite). Hole sie der Henker mitsamt der Jeremejewna!