Kutejkin. Frieden der Herrin dieses Hauses und viele Jahre des Wohlseins ihr, den Kindern und Angehörigen!
Zyfirkin. Wir wünschen Ew. Wohlgeboren Gesundheit auf hundert Jahre, und noch zwanzig, und noch fünfzehn!
Milon. Ei, das ist ja unsresgleichen, ist Soldat! Wie kommst du her, mein Freund?
Zyfirkin. Diente in der Garnison, Ew. Wohlgeboren, und bin nun verabschiedet.
Milon. Wie verdienst du dir denn dein Brot?
Zyfirkin. Es geht schon zur Not, Ew. Wohlgeboren. Ich habe einige Begriffe vom Rechnen und verdiene meinen Groschen von den Beamten der Rechnungsexpedition. Nicht jeden hat der liebe Gott mit Bildung gesegnet: da bittet mich denn so einer, ihm eine Rechnung zu kontrollieren oder die Summe zu ziehen. Solcherart verdien’ ich mein täglich Brot, sitze nie die Hände im Schoß. In meinen Mußestunden erteil’ ich Kindern Unterricht. So unterricht’ ich auch bei Ihro Gnaden: schon das dritte Jahr quälen wir uns mit den Brüchen ab, aber es will und will nicht recht kleben. Natürlich: ein Mensch ist nicht wie der andre.
Frau Prostakowa. Was quasselst du da, Pafnutjitsch, ich habe nicht recht gehört?
Zyfirkin. Ich erklärte Sr. Wohlgeboren, daß man manchem Klotz in zehn Jahren das nicht einkeilen kann, was ein andrer im Fluge erhascht.
Prawdin (zu Kutejkin). Und du, Kutejkin, bist du nicht gar ein Studierter?
Kutejkin. Bin ein Studierter, Ew. Wohlgeboren. In dem Seminarium der hiesigen Eparchie kam ich bis zur Sekunda, machte jedoch laut dem Willen Gottes Kehrtum. Darauf hab’ ich ins Konsistorium eine Bittschrift eingereicht, so da zu lesen stand: „Der und der Seminarist, Sohn eines Kirchendieners, bittet, aus Furcht vor den Abgründen der Kenntnisse, ihn vom Studium der Wissenschaften zu dispensieren.“ Worauf denn auch alsbald eine gnädige Resolution einlief des Inhalts: „Den und den Seminaristen von jeglichem Studieren zu befreien, denn es stehet geschrieben: Ihr sollt nicht die Perlen vor die Säue werfen, auf daß sie dieselbigen nicht zertreten mit ihren Füßen.“