Sophie. Onkelchen, wie wahr sprechen Sie!
Starodum. Ich habe so viel erworben, daß die Armut eines rechtschaffenen Bräutigams deiner Verbindung mit ihm kein Hindernis in den Weg legen wird.
Sophie. Zeit meines Lebens wird Ihr Wille Gesetz für mich sein.
Prawdin. Sodann wär’s nicht übel, gleichfalls für die Kinder einiges beiseite zu legen.
Starodum. Für die Kinder? Den Kindern Reichtümer hinterlassen? Das fehlte noch! Sind sie klug, so werden sie auch ohne Reichtum fortkommen; dummen Kindern aber kann der Reichtum nur schaden. Ich habe Bursche gesehen in goldenen Kaftanen und mit bleiernen Köpfen. Nein, mein Freund: bares Geld ist noch nicht bare Tugend! Ein goldner Klotz ist und bleibt nur ein Klotz.
Prawdin. Trotz alledem sehen wir, daß Reichtum oft zu Rängen führt und Ränge zu Würden und Würden zu Hochachtung.
Starodum. Hochachtung? Nur eine Hochachtung muß dem Menschen schmeichelhaft sein – diejenige, welche seiner Seele gezollt wird. Und nur der ist dieser Seelenhochachtung wert, dessen Ränge nicht dem Gelde, dessen Würden nicht den Rängen ihre Entstehung verdanken.
Prawdin. Dagegen läßt sich nichts einwenden.
Starodum. Ei, was ist denn das für ein Lärm?