Frau Prostakowa. Sprich, mein Liebling: „Wie sollt’ ich, Herr, deine Hand nicht küssen – du bist ja mein zweiter Vater.“

Mitrofan. Wie sollt’ ich, lieber Onkel, deine Hand nicht küssen – du bist ja mein Vater! (Zur Mutter.) Welcher war’s doch?

Frau Prostakowa. Der zweite.

Mitrofan. Der zweite? Der zweite Vater, lieber Onkel.

Starodum. Ich bin, mein Bester, weder dein Vater noch dein Onkel.

Frau Prostakowa. Väterchen, der liebe Junge prophezeit sich vielleicht sein Glück: wer weiß, mit Gottes Hilfe könnte er ja dein Neffe werden.

Skotinin. Wirklich? Und ich bin zu schlecht für den Neffen? O Schwester!

Frau Prostakowa. Ich will, Bruder, mich mit dir nicht herumbeißen. (Zu Starodum.) Noch nie im Leben, Väterchen, hab’ ich mit jemand gezankt. Mein Charakter ist: und werd’ ich noch so sehr beschimpft, nie sag’ ich ein Wort dagegen. Gott wird’s denjenigen schon heimzahlen, die mich Arme beleidigen!

Starodum. Das hab’ ich gleich bemerkt, als du nur zur Thür hereintratst.

Prawdin. Ich bin schon drei Tage Zeuge ihres sanften Charakters.