Frau Prostakowa. Wahrheit sprichst du, Adam Adamytsch ... Liebes Kind, wenn das Lernen deinem teuren Kopfe so schädlich ist, so bin ich der Ansicht, daß du aufhörst zu lernen.
Mitrofan. Dieser Ansicht bin ich schon lange.
Kutejkin (das Buch schließend). Fertig, und Ehre sei Gott in der Höh’.
Wralmann. Verehrteste, Teuerste, Beste – was willst du? Wie dein Sohn auch sein mag – aber er ist gesund; was hilft’s dir, wenn du einen weisen Sohn hast, sozusagen einen Arestotilis, und er steht mit einem Fuß im Grabe?
Frau Prostakowa. Das ist ja entsetzlich, Adam Adamytsch! Und er hat noch gestern so unakkurat zu Abend gegessen.
Wralmann. Bedenke nur, Werteste: schon ein überladener Magen ist ein Unglück. Wie nun, wenn sein Kopf, der doch viel schwächer ist als sein Magen – Gott schütze vor Unglück – überladen wird, was dann?
Frau Prostakowa. Wahrheit sprichst du, Adam Adamytsch! Aber was thun? Wenn der Knabe, ohne etwas gelernt zu haben, nach Petersburg kommt, so wird man ihn einen Dummkopf nennen! Heutzutage gibt’s zu viele Kluge, und diese gerade fürchte ich.
Wralmann. Warum sie fürchten, Verehrteste? Ein vernünftiger Mensch wird nie mit ihm anbinden, wird nie mit ihm in Meinungsstreit kommen; er aber soll auch mit klugen Menschen keine Gemeinschaft suchen, und der Segen des Himmels wird auf ihm ruhn.
Frau Prostakowa. So mußt du auf der Welt leben, Mitrofan.
Mitrofan. Ich selbst, Mutter, bin kein Freund von klugen Menschen; nur gleich und gleich gesellt sich gern.