Frau Prostakowa. Gott wird dich und deinen teuren Bräutigam segnen! ... Was hast du von meiner Bestrafung?!
Sophie (zu Starodum). Onkel, ich vergesse die mir zugefügte Beleidigung.
Frau Prostakowa (mit erhobenen Händen zu Starodum). Auch du vergib mir Sünderin! Ich bin ja ein Mensch und kein Engel!
Starodum. Wohl weiß ich’s, daß der Mensch kein Engel sein kann: doch muß er auch kein Teufel sein! ... Sowohl ihr Vergehen als auch ihre Reue ist verächtlich!
Prawdin (zu Starodum). Nur Eine Klage Ihrerseits, nur Ein Wort von Ihnen bei der Regierung – und sie ist nicht zu retten.
Starodum. Ich will keines Menschen Unglück; ich verzeihe ihr. (Alle springen auf).
Frau Prostakowa. Er hat verziehen? O, du mein Wohlthäter! ... Nun aber will ich es diesen Kanaillen von Dienstboten zeigen! Jeden nehm’ ich einzeln ins Gebet! Gestehen müssen sie, wer sie aus den Händen gelassen. Nein, ihr Spitzbuben, ihr Diebe – das verzeih’ ich euch nie im Leben!
Prawdin. Und wofür wollen Sie Ihre Leute bestrafen?
Frau Prostakowa. Aber das ist denn doch eine sonderbare Frage! Hab’ ich nicht die Macht, mit meinen Leuten zu thun, was ich will?
Prawdin Sie halten sich also im Recht, nach Laune und Belieben körperlich zu strafen?