Skotinin. Steht’s denn dem Edelmann nicht frei, seine Bedienten zu prügeln, wann es ihm beliebt?

Prawdin. Wann es ihm beliebt? Welch ein viehisches Belieben! (zu Frau Prostakowa) Nein, Madame, es hat niemand das Recht, andere zu tyrannisieren!

Frau Prostakowa. Ein Edelmann hat nicht das Recht, einen Bedienten durchpeitschen zu lassen, wann es ihm gefällt? Wozu haben wir denn den Ukas von den Rechten des Adels?

Starodum. Die versteht’s, Ukase zu deuten!

Frau Prostakowa. Ihnen ist es lächerlich zu Mut’, mir aber gar nicht, und auf der Stelle will ich jeden einzelnen – (will schnell fort).

Prawdin (hält sie zurück). Bleiben Sie noch, Madame. (Zieht ein Papier aus der Tasche und spricht mit strengem Ton zu Prostakow). Im Namen der Regierung befehle ich Ihnen, sofort Ihr ganzes Hausgesinde und alle Bauern zusammenzurufen und ihnen bekannt zu machen, daß infolge der Unmenschlichkeiten Ihrer Frau – wobei Ihre außerordentliche Beschränktheit ihr freie Hand gelassen – mir die Regierung befiehlt, Ihr Haus und Ihr Dorf unter Tutel zu stellen.

Prostakow. Was müssen wir erleben!

Frau Prostakowa. Was? Ein neues Unglück! Wofür, wofür denn? Daß ich Herrin bin in meinem Hause –

Prawdin. Eine unmenschliche Herrin, deren Boshaftigkeit in einem wohlsituierten Staate nicht geduldet werden kann. (Zu Prostakowa.) Gehen Sie.

Prostakow (ab, die Hände über dem Kopf zusammenschlagend). Was heißt das, was heißt das?!