Während der inzwischen eingetretenen Regenzeit hielt ich mich meist im Innern meiner Hütte auf und beschäftigte mich mit mancherlei häuslichen Verrichtungen. Empfand ich hin und wieder das Bedürfnis, mich von meinen anstrengenden Arbeiten zu erholen, dann unterhielt ich mich mit meinem munteren Hausgenossen, dem Papagei, und lehrte diesen sprechen; bald konnte das gelehrige Tier seinen Namen nachplappern und wiederholte mit deutlicher Stimme: »Poll! Poll!« Das war der erste artikulierte, wie von einer Menschenstimme kommende Laut, den ich auf dem Eilande in meiner Einsamkeit, fern von allen menschlichen Wesen, vernahm.
Wie Robinson die Halme niedermäht.
Siebentes Kapitel.
Robinson als Bäcker und Schiffbauer.
Robinson macht sich einen Mörser und ein Sieb. – Ernte. – Brotbacken. – Vergebliche Anstrengungen wegen der Schaluppe. – Robinson baut ein Boot; vereitelte Hoffnungen. – Rückblicke auf das dreijährige Inselleben. – Trauriger Zustand der Kleider. – Robinson wird Schneider.
Von allen bekannten Handwerken war mir bis zu dieser Zeit meines Lebens keines so wildfremd geblieben, wie das eines Steinmetzen, und doch mußte ich darauf sinnen, mir einen Mörser oder ein andres geeignetes Werkzeug zu schaffen, um das Getreide in Mehl zu verwandeln. Lange Zeit suchte ich vergebens nach einem Steinblock, der sich mörserartig aushöhlen ließe; dann entschloß ich mich endlich, einen harten Holzblock aus meinem Forst zu holen.
Mit unsäglicher Anstrengung fällte ich einen dicken Baumstamm, hieb am unteren Ende ein amboßähnliches Stück ab, rundete es ringsum mit meiner Axt und höhlte es durch Feuer aus, wie es die wilden Eingebornen Brasiliens mit ihren kleinen Seefahrzeugen (Kanoes) thun. Als Stampfe diente mir eine wuchtige Keule aus demselben harten Holze.