»Robin, Robin, komm schnell hierher!«

»Was gibt's, Freitag?«

»O meine Freude! Ich bin glücklich, selig! Ich sehe mein Heimatvolk! Dort kommt mein Volk.«

Das, was meinen guten Freitag in so überschwengliche Aufregung versetzte, rief in mir die entgegengesetzten Gefühle hervor. Was lag näher als die Vermutung, daß in den unverhohlenen Ausbrüchen der Freude sich die Sehnsucht Freitags nach den Seinen aussprach? Von dem Augenblick an erwachte in mir Argwohn gegen meinen Freund und beunruhigte mich wochenlang. Ich zeigte mich unfreundlich, ja verschlossen; aber hierdurch that ich dem armen Burschen das größte Unrecht, denn er kam mir stets mit einem Vertrauen, mit einer Hingebung entgegen, daß ich endlich alle meine Zweifel an seine Aufrichtigkeit fallen ließ.

Eines Tages, als wir auf demselben Bergesgipfel, aber bei nebeligem Wetter, zusammen waren, begann ich Freitag auszuforschen.

»Du würdest dich wohl sehr glücklich preisen, Freitag, wenn du wieder in deine Heimat kommen und deine Brüder sehen könntest?«

»O ja, Robin, ich würde sein viel froh, zu sehen mein Volk.«

»Und möchtest wohl gern wieder, wie deine wilden Brüder, Menschenfleisch beim Siegesschmaus essen?«

»O nein, nein! Niemals wird Freitag wieder Menschenfleisch essen; er wird sagen seinen Brüdern, sich untereinander zu lieben, nicht mehr zu Benamucki zu beten, Fleisch von Ziegen und andern Tieren zu essen und Brot von Korn und Gerste zu backen.«

»Aber fürchtest du nicht, Freitag, daß sie dich umbringen würden, wenn du so zu ihnen sprächest?«