Nachdem alles bestens geordnet war, setzten wir unser Boot in Bereitschaft, in welchem Caballos mit dem alten Indianer absegeln sollte, um mit den Spaniern und Portugiesen zu unterhandeln. Um mich aber für jeden Fall sicher zu stellen, setzte ich dem Spanier am Tage vor ihrer Abfahrt einen in portugiesischer Sprache abgefaßten schriftlichen Befehl auf, der folgendermaßen lautete:

»Es wird keiner mitgebracht, der nicht in Gegenwart von Freitags Vater und des Don Juan Caballos auf das Evangelium schwört, mich, Robinson Crusoe, als seinen obersten Befehlshaber anzuerkennen, mir treu und gehorsam zur Seite zu stehen, mir wissentlich nie Schaden oder Böses zuzufügen, mich gegen jeden Angriff, woher er auch komme, zu verteidigen und sich meinen Befehlen und meiner Leitung, wohin ich ihn auch führen würde, niemals zu widersetzen. Jeder hat heilig zu versprechen, mein Wohl nach seinen Kräften zu fördern. – Alles dies soll von sämtlichen Leuten beschworen und durch eigenhändige Unterschrift anerkannt werden.«

Sehnsuchtsvolle Umschau.

Dreizehntes Kapitel.
Durch Kampf zum Sieg.

Abreise von Caballos und Freitags Vater. – Ankunft weißer Männer. – Ein englisches Schiff. – Vergebliche Furcht vor Seeräubern. – Die Gefangenen. – Die Befreiung derselben. – Bestrafung der Meuterer. – Die Meuterer werden in die Irre geführt, überfallen und gefangen. – Wiedergewinnung des Schiffes. – Der englische Gouverneur.

Es mochte wohl nach meiner ungefähren Schätzung, denn ich hatte die genaue Fortführung meines Pfahlkalenders vernachlässigt, im Monat Oktober des Jahres 1686 sein, als Don Caballos mit Freitags Vater nach dem Festlande von Amerika absegelte. Freitag war bei dem Abschiede von seinem Vater so betrübt, daß er Thränen vergoß. Auch ich selbst sah mit Rührung der kleinen Barke nach; und doch empfand ich eine innerliche hohe Freude, wenn ich bedachte, daß dies nach 27 Jahren die erste Veranstaltung war, die ich zu meiner Errettung aus meinem einsamen Insellande ins Werk gesetzt hatte und welche vielleicht einen günstigen Erfolg haben konnte. Alle meine Gedanken beschäftigten sich jetzt mit der nahen Abreise in die Heimat, tausend frohe Hoffnungen, aber auch manche Zweifel stiegen in mir auf. Welch ein Zeitraum, überreich an Erfahrungen, lag zwischen meinen Jünglingsjahren und der Gegenwart! Welche Veränderungen mochten unterdes in England vor sich gegangen sein! Wie mochten sich vor allem meine guten Eltern befinden, die mich gewiß längst als einen Toten beweinten?

Ich hatte jedem der beiden Reisenden eine Muskete nebst sieben oder acht Ladungen Pulver und Blei mitgegeben und ihnen zugleich geraten, recht sparsam und haushälterisch damit umzugehen. Außerdem waren sie mit so viel Brot und Rosinen ausgerüstet worden, daß sie nicht nur für sich, sondern auch für die zu Befreienden wohl auf acht Tage ausreichten. Um den Vertrag, dessen ich Erwähnung gethan, unterzeichnen zu lassen, gab ich dem Spanier ein Fläschchen mit Tinte und einigen Federn mit und verabredete das Signal, durch welches sie ihre Rückkehr schon von fern kundgeben sollten.