Seit der Auffindung Freitags war mir ein gleich leidsamer Geselle nicht in den Weg gekommen. Ich machte daher Wilm den Antrag, sich mir auf meinen weiteren Fahrten beizugesellen. Er besann sich auch nicht lange und sagte zu.

So verging in verschiedenartigem Wechsel ein Tag nach dem andern. Kein widriger Wind hinderte uns, und wir erreichten deshalb eher noch, als wir es gedacht, die Insel Trinidad, in deren Nähe meine Kolonie lag. Doch konnte ich meine Insel anfangs nicht wiedererkennen, weil sich unser Schiff an der Nordseite befand und ich sie von dieser Seite aus noch nie gesehen hatte.

Kampf und Streit zwischen den Kolonisten.

Sechzehntes Kapitel.
Die Schicksale der Kolonie.

Ankunft auf der Insel. – Freitag und sein Vater. – Bericht über die Wirren während der Abwesenheit des Gründers. – Neue Ordnung. – Weitere Reisepläne.

Endlich erkannte ich die Insel, und wir steuerten flott auf sie zu. Die Bewohner hatten uns gleichfalls bemerkt und eilten voll Erwartung ans Ufer. Kaum waren wir unter starkem Zulaufe gelandet, so erkannte Freitag auch schon auf den ersten Blick unter den Versammelten seinen Vater und schoß wie ein Pfeil durch die verdutzten Inselbewohner auf ihn zu. Er fiel dem alten Manne mit ausgebreiteten Armen um den Hals, streichelte ihm die Wangen, setzte ihn auf einen Baumstamm, kniete vor ihm nieder und blickte ihm fest ins Gesicht, während die hellen Freudenthränen über seine Wangen flossen. Dann ergriff er die Hände des Greises und küßte sie; wieder erhob er sich, setzte sich von neuem nieder und schaute in das Antlitz seines Vaters mit der ganzen Zärtlichkeit eines kindlich liebenden Sohnes. Aber auch ich wurde mit lauter Freude begrüßt und von meinem Stellvertreter Caballos in meine ehemalige Behausung geführt, welche man mittlerweile mit einer wohlangelegten Befestigung versehen hatte.

Don Caballos erzählte mir, als wir behaglich bei einer Flasche Wein saßen, die vielfachen Störungen und Streitigkeiten, welche während meiner Abwesenheit vorgekommen waren.