Der Mut der Männer stieg aber als sie nirgends ein solches Schiff sahen.

Matuschewsko kam jetzt auf das Transportschiff herüber.

„Ich glaube kaum, daß wir eine Verfolgung zu befürchten haben,“ sprach der Unhold, als ihn seine Gefährten mit Fragen überhäuften. „Wohl haben sich die Besatzungen der anderen Schiffe der Meuterei nicht angeschlossen, aber sie werden auch nicht feindlich gegen uns vorgehen. Sie sympathisieren mit uns, sie haben sogar Hurra geschrieen, als wir mit der roten Flagge von dannen fuhren. Sie werden ihren Offizieren auf keinen Fall gehorchen.“

„Desto besser,“ schmunzelte Orloff, dessen gute Laune allmählich zurückkehrte. „Desto besser, dann werden wir zunächst unbefestigte Hafenstädte aufsuchen und dort rauben und plündern, daß es eine Lust ist.“

„Da sind die Leute dabei,“ erwiderte Matuschewsko. „Wenn sie nur erst warm geworden sind, dann geht es schon, vor allen Dingen müssen sie tüchtig Branntwein trinken. Wir fahren jetzt auf die hohe See hinaus, sodaß niemand weiß, wo wir uns befinden. Dann fallen wir plötzlich aus dem Hinterhalt über eine Stadt her, wo man unser Nahen am wenigsten vermutet.“

Um Mittag waren die Schiffe schon wieder außer Sicht von Odessa, sie sahen von der Küste nichts weiter als einen fernen grauen Streifen.

Der Himmel war noch immer dick und schwer mit Wolken behangen. Der Regen aber hatte aufgehört, nur die Wolken hingen noch wie schwarze Leichentücher am Himmel.

Plötzlich schallten laute Rufe und Schreie, Gregor, Orloff und Wassil, die sich immer zusammenfanden, blickten verdutzt empor, da sahen sie, wie die Mannschaften auf den Schiffen alle nach den Wolken zeigten.

Dort aus dem tiefhängenden Gewölk kam etwas hervor, etwas Großes, Schwarzes, unheimlich Aussehendes, die abergläubischen Matrosen schlugen Kreuze, als sie die seltsame Gestalt sahen, die offenbar aus den Wolken herabschwebte.

6. Kapitel.
Die Abrechnung.