»Warum sprechen Sie eigentlich immer in biblischen Ausdrücken?«
»Soo? Tue ich das? Dann muß das wohl davon kommen, daß ich viel in der Bibel lese.«
»Deshalb halten viele Menschen Sie für einen Heuchler.«
»Das mögen Sie tun. Der Mensch sieht, was vor Augen ist, aber Gott siehet das Herz an ...«
»Ach, was sitzt so ein armer Schulmeister dazwischen ...!«
»Nicht bloß die Schulmeister, wir alle sitzen arg dazwischen in dieser bösen Welt ...«
Sie schwiegen. Draußen schlug der Hofhund an und riß wütend an der Kette.
Der Schuster horchte auf. »Ist da jemand vor dem Fenster?« fragte er leise.
»Och, wer sollte da sein ...« sagte Peter gleichgültig. Aber in demselben Augenblick zuckten sie beide zusammen. Mit scharfem Geklirr und Gekrach war ein faustdicker Stein durch das Fenster dicht an Peters Kopf vorbeigeflogen, und an der Wand, ein Stück Kalkbewurf mit sich reißend, zur Erde gefallen. Draußen entfernten sich eilige Schritte.
Peter ging hin, nahm den Stein auf und sagte bitter, ihn in der Hand wägend: »Wenn dieser eine halbe Elle mehr nach rechts geflogen wäre, dann wäre alle Not auf einmal zu Ende.«